Aikido und Feldenkrais

Mit Aikido und Feldenkrais beschäftige ich mich seit mehr als 20 Jahren. Beide Methoden begeistern mich nach wie vor, und daher möchte ich im Folgenden kurz die Gemeinsamkeiten vorstellen. Von außen betrachtet fallen vor allem die Unterschiede auf.

Im Aikido sind die Bewegungen groß, teilweise sehr schnell. In der Regel wird zu zweit geübt, während sich bei einer Feldenkrais-Lektion jeder für sich bewegt und die Bewegungen eher klein und langsam sind.

Schaut man sich die Prinzipien an, kommen die Gemeinsamkeiten zum Vorschein:

  • Körperwahrnehmung: Solange ich nicht weiß, was ich tue, kann ich nichts ändern. Also beobachte ich mich. Wie bewege ich mein Becken, meine Schulter...? Durch diese vermehrte Körperwahrnehmung kann ich ein besseres Zusammenspiel (=Koordination) meiner Muskeln erreichen.
  • Koordination: Wenn ich weiß, was ich tue, kann ich überflüssige oder ungünstige Bewegungen weglassen bzw. verändern. Die Bewegungen werden leichter, fließender, eleganter und damit effektiver.
  • Effektivität: Eine verbesserte Koordination führt zu einer erhöhten Effektivität; d.h. weniger (Muskel-) Arbeit für das gleiche Ergebnis.

Durch die höhere Effektivität verbessert sich wiederum die Körperwahrnehmung, denn diese hängt von der Grundspannung des Körpers ab. Je niedriger die Spannung ist, desto größer die Körperwahrnehmung.

Das folgende Beispiel kann diesen Zusammenhang verdeutlichen:

Stell dir vor, du hältst mit geschlossenen Augen ein Kilo Erdbeeren in der Hand. Wenn jetzt jemand eine entfernt, wirst du es vermutlich nicht bemerken (der Unterschied ist zu klein). Wenn du aber nur fünf Erdbeeren in der Hand hältst, würdest du den „Diebstahl“ fühlen (der Gewichtsunterschied ist „groß“ genug).

Allgemein gilt für jede Sinneswahrnehmung, dass der Reizunterschied eine bestimmte Größe haben muss, um bemerkt zu werden.

Das bedeutet: Je größer meine Körperspannung (Anspannung/Anstrengung) ist, desto weniger fühle ich Unterschiede. Mein Ziel ist also eine Bewegung mit möglichst wenig Kraft.

Hier ergänzt die Feldenkrais-Methode das Aikidotraining. Durch die Reduktion von Bewegungsausmaß und -geschwindigkeit steht hier die Körperwahrnehmung im Vordergrund.

Um das jetzt praktisch zu verdeutlichen, schlage ich dir vor, eine kleine Feldenkrais-Lektion zum Thema „Irimi-Nage“ auszuprobieren.


Ich wünsche dir viel Spaß und natürlich spannende Erkenntnisse.

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Irimi-Nage (11,8 MB) 17:19 Minuten